Studieren in Großbritannien

Studieren in Großbrittanien

Ob in England, Schottland, Wales oder Nordirland – Großbritannien war unter deutschen Studierenden lange Zeit äußerst populär. Die Nähe, die englische Sprache und die renommierten Universitäten mit ihrem exzellenten Ruf machen das Vereinigte Königreich zu einem idealen Ziel für ein Auslandssemester. Viele Studierende wählten Großbritannien, um ihre sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern und sich auf eine internationale Karriere vorzubereiten.

Jedoch hat der Brexit einige Veränderungen mit sich gebracht, die das Studieren im Vereinigten Königreich etwas komplexer gemacht haben. Dennoch bleiben zahlreiche britische Universitäten attraktive Bildungseinrichtungen mit einer breiten Palette von Studienmöglichkeiten. Trotz dieser Entwicklungen ist es nach wie vor möglich, in Großbritannien zu studieren oder ein Auslandssemester zu absolvieren. Allerdings sind damit höhere Kosten und ein erhöhter organisatorischer Aufwand verbunden.

Studium in UK: Einblicke in das britische Hochschulsystem

Die meisten britischen Hochschulen sind unabhängige und eigenständige Einrichtungen mit einer langen Geschichte, wodurch sie eine gewisse Autonomie bezüglich Zulassungskriterien und Lehrplaninhalten haben. Allerdings gibt es eine Ausnahme in der Lehrerausbildung, die ähnlich wie in Deutschland staatlich reguliert ist.

Neben den Universitäten gibt es Colleges und Institutes of Higher Education. Diese verleihen in der Regel keine akademischen Grade, sondern kooperieren oft mit Universitäten.

Bei der Auswahl deiner britischen Gastuniversität solltest du besonders sorgfältig vorgehen, da die Bildungseinrichtungen erhebliche Unterschiede aufweisen. Um die richtige Wahl zu treffen, schau dir am besten die Universitätsrankings (League Tables) großer Zeitungen (wie zum Beispiel The Times) an, um die Qualitätsunterschiede zu erkennen.

Das britische Hochschulsystem ähnelt dem deutschen System hinsichtlich akademischer Grade und ermöglicht den Erwerb von Bachelor-, Master- und Promotionsabschlüssen. Allerdings legen britische Universitäten stärkeren Wert auf festgelegte Studienpläne. Dort wird erwartet, dass du aktiv am Unterricht teilnimmst und dich während des Semesters engagierst. Im Gegensatz dazu hast du in Deutschland mehr Freiheiten und Selbstverantwortung bei der Gestaltung deines Studiums.

Das Studienjahr in Großbritannien ist traditionell in Trimester von etwa zehn bis zwölf Wochen unterteilt. Das Studium ist modular aufgebaut und folgt dem Credit Accumulation and Transfer Scheme (CATS), das deinen Studienfortschritt abbildet. Die Leistungen werden in der Regel schriftlich bewertet, beispielsweise durch Hausarbeiten oder Essays. Das britische Notensystem basiert dabei häufig auf Prozentwerten statt auf Noten. Im ersten Studienjahr erhalten Studierende einen Überblick über das gewählte Studienfach, während sie ab dem zweiten oder dritten Jahr die Möglichkeit haben, sich auf bestimmte Bereiche zu spezialisieren. Eine Stärke des britischen Hochschulsystems liegt in der engen Betreuung der Studierenden und dem intensiven Kontakt zwischen Studierenden und Dozenten. Die Kursgrößen sind in der Regel kleiner als an deutschen Universitäten, was ein persönlicheres Lernumfeld schafft.

Neue Wege für Auslandssemester und Austausch in Großbritannien

Das traditionelle Erasmus-Auslandssemester in Großbritannien gehört leider der Vergangenheit an. Das bedeutet, dass Studierende aus Deutschland und anderen EU-Ländern ab sofort keine Erasmus-Aufenthalte mehr in England, Schottland, Wales oder Nordirland absolvieren können. Dennoch bestehen nach wie vor Austauschmöglichkeiten, wenn auch in reduziertem Umfang.

Die meisten Austauschmöglichkeiten werden nun vom Erasmus+ Programm auf den universitätsweiten Direktaustausch umgestellt. Beim Direktaustausch wird die finanzielle Förderung in der Regel auf den Erlass der Studiengebühren an der Partneruniversität beschränkt. Im Gegensatz zum Erasmus+ Programm gibt es jedoch keinen festen monatlichen Zuschuss.

Bewerbung und Zulassung

Für eine Bewerbung zum Direktaustausch benötigst du normalerweise einen aktuellen Notenspiegel deines bisherigen Studiums, Sprachnachweise, ein Motivationsschreiben und häufig auch Empfehlungsschreiben von Professoren.

Im Vergleich zu deutschen Universitäten, bei denen du dich direkt bewirbst, werden Bewerbungen für Bachelorstudiengänge in Großbritannien zentral über den UCAS (Universities & Colleges Admissions Service) abgewickelt. Mit dem UCAS hast du die Möglichkeit, dich pro Jahr an bis zu fünf Universitäten gleichzeitig zu bewerben. Wenn du jedoch einen Auslandsaufenthalt für ein oder zwei Semester planst, kannst du dich direkt bei deiner Wunschuniversität bewerben, ohne den UCAS zu nutzen. Dennoch empfiehlt es sich, zunächst das Akademische Auslandsamt deiner Universität zu konsultieren, um Informationen über mögliche Austauschmöglichkeiten zu erhalten.

Sprachkenntnisse

Die erforderlichen Sprachanforderungen für ein Studium in Großbritannien können je nach Land, Universität und Studiengang unterschiedlich sein. In der Regel wird der Nachweis der Englischkenntnisse durch anerkannte internationale Sprachtests (wie TOEFL, CAE, IELTS) erbracht. Je nach Universität und Studiengang musst du normalerweise einen bestimmten Mindestscore in einem Sprachtest erreichen. Einige Universitäten akzeptieren jedoch auch den erfolgreichen Abschluss eines Englischkurses an deiner Heimatuniversität als Nachweis.

Neue Studiengebührenrealität in Großbritannien nach dem EU-Austritt

Der Brexit hat die Spielregeln für Studienaufenthalte in England, Schottland, Wales und Nordirland verändert - nicht zuletzt bei den Studiengebühren. Die Studiengebühren können je nach Hochschule, Standort und Studiengang ziemlich ins Gewicht fallen. Seit dem EU-Austritt werden EU-Studierende als internationale Studierende behandelt und müssen sogar tiefer in die Tasche greifen, mit Studiengebühren zwischen 10.000 und 42.000 Euro pro Studienjahr. Besonders Studiengänge wie Management und Medizin sind regelrechte Kostenverursacher. Und wenn du bei den Spitzenreitern wie Cambridge oder Oxford studieren möchtest, solltest du auf generell höhere Studiengebühren gefasst sein. Aber es gibt auch eine positive Seite: Einige britische Unis bieten ermäßigte Studiengebühren für internationale Gaststudierende an, die nur kurzzeitig in Großbritannien bleiben möchten. Und wer über ein Austauschprogramm studiert, braucht sich in der Regel keine Gedanken um Studiengebühren zu machen.

Neue Visumsregeln

Ab dem 1. Januar 2021 musst du für ein Studium mit einer Dauer von mehr als sechs Monaten ein Studentenvisum beantragen. Den Antrag solltest du spätestens sechs Monate vor Studienbeginn einreichen. Beträgt die Studienaufenthalt weniger als sechs Monate, brauchst du kein Visum.

Krankenversicherung: was du unbedingt wissen solltest

Seit dem Brexit haben sich auch die Krankenversicherungsregeln geändert. Studierende, die mehr als sechs Monate in Großbritannien bleiben, müssen nun eine britische Krankenversicherung abschließen und die Gebühr vor der Einreise entrichten. Die "Immigration Health Surcharge" gewährleistet den Zugang zum National Health Service (NHS) und somit zur medizinischen Versorgung. Bestimmte Leistungen wie Zahn- oder Augenbehandlungen sind jedoch kostenpflichtig.

Machst du nur ein Auslandssemester in Großbritannien (bis zu sechs Monaten), bleibt die europäische elektronische Gesundheitskarte gültig. Trotz des Brexits wird sie akzeptiert. Wenn du dich jedoch mit einer deutschen Krankenversicherung für ein Studium in Großbritannien einschreibst, empfehlen wir dringend den Abschluss einer zusätzlichen Auslandskrankenversicherung. Diese kann hohe Kosten abdecken, die bei bestimmten Leistungen und einem eventuellen Rücktransport nach Deutschland entstehen können.


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