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Verhaltenstipps für tierische Begegnungen beim Wandern

Header Tierische Begegnungen beim Wandern © Hristina Šatalova | unsplash.com
Begegnungen mit Tieren während einer Wanderung können unvergessliche aber auch heikle Momente in der Natur sein. Bei jeder Begegnung ist es wichtig mit Respekt und Vorsicht zu handeln, um sowohl unsere eigene Sicherheit als auch das Wohl der Tiere zu gewährleisten. In unserem heutigen Beitrag erklären wir die Verhaltensregeln bei tierischen Begegnungen auf Wanderungen in Deutschland, insbesondere mit Kühen und Wildschweinen.


Kühe

© erge | pixabay.com
Immer wieder hört man eine Kuh hätte einen Passanten beim Wanderurlaub attackiert. Gerade im Süden Deutschlands führen einige öffentliche Wanderwege durch Kuhweiden mit behäbigen Wiederkäuern, die entspannt in der Sonne grasen und auf den ersten Blick keine Gefahr darstellen. Auch in diesem Fall ist Wissen Macht und eine bestimmte Grundkenntnis dessen, wie Du Dich verhalten solltest, damit sich die Kühe möglichst ungestört fühlen, ist die beste Vorbeugungsmaßnahme gegen einen Angriff.

So verhalten Sie sich richtig:

  • Mache einen großen Bogen um die Rinder – insbesondere um Jungtiere, um den Schutzinstinkt der Mutterkühe nicht herauszufordern.
  • Nicht füttern, denn das könnte Futterneid und Aggressionen in den übrigen Tieren auslösen.
  • Starre den Kühen nicht in die Augen.
  • Verhalte Dich ruhig und unauffällig. Erschrecke die Tiere nicht.
  • Beobachte die Tiere: Eine Kuh, die Dir droht und möglicherweise kurz davor ist, zum Angriff über zu gehen, wird im Stand ihren Kopf senken und mit den Hufen scharren.
  • Wirst Du zum Zielobjekt einer aggressiven Kuh, mache Dich möglichst groß und gehe langsam rückwärts.
  • Leine Deinen Hund an und halte mit ihm großen Abstand zu den Kühen. Sollte eine Kuh Deinen Hund angreifen, lasse ihn von der Leine, damit er davonlaufen kann.


Wildschweine

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Wildschweine sind vor allem nachts im Dickicht unterwegs. Eigentlich sind Wildschweine tagaktive Tiere. Durch die Jagd haben sie allerdings die Dämmerung und die Nacht zu ihrem Tag gemacht. Solltest Du doch einmal auf ein Wildschwein treffen, geht besonders von drei Situationen eine Gefahr aus.

1. Begegnung mit Bache und Frischlingen
Wenn Du auf eine Bache mit Frischlingen triffst beachte ihr Warnschnaufen und ziehe dich zurück. Finde Schutz in einem Hochsitz oder Baum. Mache keine drohenden Gesten, um Aggression zu vermeiden.


2. Verletzter Keiler
Siehst du einen verletzten Keiler, verlasse das Gebiet und informiere die Polizei. Diese bis zu 100 kg schweren Tiere können aggressiv sein und sollten von Experten behandelt werden, um Gefahren für andere zu verhindern.


3. Verhalten im Dickicht
Um überraschende Begegnungen mit Wildschweinen zu vermeiden, bleibe auf den ausgewiesenen Wegen, besonders in der Dämmerung. Dies schützt sowohl dich als auch die Tiere.


Füchse

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Füchse sind im Allgemeinen scheue Tiere die den Kontakt zum Menschen vermeiden. Solltest Du trotzdem während einer Wanderung im Wald auf einen Fuchs treffen, bleibe ruhig und beobachte den Fuchs aus sicherer Entfernung. Halte Abstand und störe das Tier nicht in seinem natürlichen Lebensraum. Vermeide es unbedingt, dem Fuchs Nahrung anzubieten oder zu hinterlassen. Das Füttern von Wildtieren kann zu Verhaltensänderungen führen und ist oft gesetzlich verboten.

Ein Fuchs der nicht wegläuft muss nicht krank sein. Füchse sind neugierig und können durch die Ausbreitung des Siedlungsbaus an Menschen gewöhnt sein. Wenn der Fuchs dich bemerkt und näher kommt, bewege dich langsam und ruhig. Plötzliche Bewegungen könnten das Tier erschrecken. Füge dem Fuchs keinen Schaden zu und bedrohe ihn nicht. Mach die groß und spreche laut (Du musst nicht schreien), das vertreibt auch den neugierigsten Fuchs.


Besonders im Frühjahr solltest du aufpassen, keine Fuchsbau-Stätten zu stören, da dies Mutter und Welpen in Gefahr bringen könnte. Halte dich von solchen Bereichen fern.


Bären

© Anthony Iovinelli| shutterstock.com

Geht in Deutschland eine tierische Gefahr von Braunbären aus? Die nächste Population von Braunbären lebt in Norditalien, in der Gegend oberhalb des Gardasees. Nur gelegentlich macht sich von dort aus ein Bärenmännchen, wie der bekannte Braunbär Bruno im Jahr 2006, auf einen Streifzug in das 120 Kilometer entfernte Bayern. Auch im Jahr 2019 hat sich erneut ein Braunbär über die Alpen, Österreich oder Slowenien seinen Weg in die bayrische Landschaft gefunden. In diesen Gegenden werden dann häufiger Nutztierrisse gemeldet, jedoch sind keine Angriffe auf Menschen bekannt - da wir ja auch nicht zum Beuteschema des Braunbären gehören.

Grundsätzlich weichen Bären den Menschen aus, einige neugierige Exemplare allerdings könnten in der Nähe des Menschen Futter vermuten und sich nähern. Angreifen wird ein Bär aber nur, wenn er sich bedrängt fühlt oder ihre Jungen hütet. Tipp: In dieser sehr unwahrscheinlichen Situation legen Sie sich mit dem Bauch auf den Boden und legen Ihre Hände in den Nacken. Schnell werden Sie uninteressant für Ihren tierischen Gegner, der zeitnah von dannen ziehen wird.


Schlangen

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In Deutschland gibt es noch sechs Schlangenarten, die meisten von ihnen sind allerdings in ihrem Bestand bedroht. Zur den Schlangenarten zählen vier zur Familie der Nattern und zwei zu den Vipern:

- Äskulapnatter (Elaphe longissima) Ungiftig!

- Ringelnatter (Natrix natrix) Ungiftig!

- Schlingnatter (Coronella austriaca) Ungiftig!

- Würfelnatter (Natrix tessellata) Ungiftig!

- Kreuzotter (Vipera berus) Giftig!

- Aspisviper (Vipera aspis) Giftig!

Sollten auf Ihrer Wanderung eine Schlange entdecken, dann verhalten Sie sich ruhig und stören das Tier nicht. Schlangen sind scheue Tiere, aber man sollte sie nicht reizen! Heimische Schlangen greifen den Menschen niemals direkt an; auch wenn es vorkommen kann, dass sie in seine Richtung flüchten wollen. Bei Begegnungen mit Giftschlangen, das sind in Deutschland und Österreich nur die Kreuz- und Hornotter und die Aspisviper, passieren Unfälle häufig bei unsachgemäßem Hantieren oder Fotografieren der Tiere. 


Für Bergwanderungen bieten festes Schuhwerk und lange Hosen einen ausreichenden Schutz. Beim Durchqueren dichter Vegetation wie Latschenfeldern kann der Einsatz eines Stockes zum Abklopfen von in den Weg ragenden Ästen hilfreich sein. Beim Fotografieren immer mind. einen halben Meter Abstand halten!


Wölfe

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Seit 2000 sind sie wieder in Deutschland: die Wölfe. Zum Glück hat es bislang keine Situation gegeben, in der ein Wolf einem Menschen aggressiv begegnet ist. Ist er deshalb überhaupt als Gefahr einzustufen? Jein. Nein, weil er es als Beutejäger nur auf Huftiere, nicht dagegen auf Menschen, abgesehen hat und Ja, weil die meisten Menschen nicht wissen, wie sie sich in Gegenwart eines Wolfs verhalten sollen und sich selbst in Gefahr bringen. 

Normalerweise bleibt einem Menschen die Begegnung mit einem Wolf unbemerkt. Bemerkt der Wolf dennoch, dass er entdeckt wurde, wird er das Weite suchen oder sein Gegenüber allenfalls skeptisch beäugen, bevor er sich zurückzieht.

So verhalten Sie sich richtig:

  • Es gilt: Stehen bleiben (oder sich mit Blickrichtung zum Wolf langsam rückwärts bewegen), ruhig beobachten, nicht auf den Wolf zugehen oder ihn gar anlocken.
  • Sich groß machen und ihn laut ansprechen wird genügen, um ihn zu vertreiben.
  • An Tollwut erkrankte Tiere können sich auffällig und aggressiv verhalten, aber das ist statistisch gesehen sehr unwahrscheinlich.


Unser Fazit

Wir fassen mit einem Augenzwinkern zusammen: In unseren Breiten stellt die aggressive Kuh immer noch einen der gefährlichsten tierischen "Gegner" dar und stellt somit Bären und Wölfe in den Schatten. Verwunderlich ist das jedoch nicht, kommt es freilich auch viel häufiger zum Kontakt zwischen Menschen und Rindern als zwischen Menschen und Bären oder Wölfen.


Aber allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz lassen sich Unfälle nicht immer vermeiden. Schnell befindet man sich in einer Notlage und ist auf fremde Hilfe angewiesen. Dabei ist es in tierischen Lebensräumen – Wald und freies Gelände – besonders schwierig für Hilfskräfte, an Ort und Stelle zu gelangen, was für den Rettungseinsatz einen großen Aufwand bedeutet und folglich auch Ihr Budget strapazieren kann. Mit unserer Wander- und Bergsportversicherung sind Sie allerdings vor den hohen Kosten eines Rettungs-, Bergungs- und Sucheinsatzes infolge eines Notfalls geschützt.

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