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Welche Hürden musst du überwinden, um dich richtig gut zu erholen?

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Kennst du das? Du stehst monatelang unter Strom, und wenn der lang ersehnte Urlaub kommt, eine seltene Gelegenheit dich zu regenerieren, kannst du einfach nicht abschalten. Wie oft hast du dir 2 Wochen Urlaub gegönnt und am Ende festgestellt, dass du dich überhaupt nicht erholt hast?


Liegt das an schlechter Planung, an dem Reiseveranstalter, an schlechtem Wetter, an „ungenießbarem" Essen im Restaurant oder am langweiligen Animationsprogramm? Obwohl wir ab und zu gerne motzen (das Meer ist zu nass, der Strand ist zu sandig, das Wetter ist eine Frechheit etc.) - eher nicht.


Die perfekte Reise ist für jeden etwas anderes: Die einen wollen den Mount Everest erobern, die anderen träumen von einem Strandparadies in der Karibik, und wieder anderen reicht es einfach nur durch die engen Straßen Europas zu bummeln, um sich zu entspannen und neue Energie zu tanken. Doch unabhängig von Reiseziel und Reiseerfahrung können wir alle Fehler machen, die sogar einen Traumurlaub ruinieren können.


Warum passiert das und wie solltest du den Urlaub verbringen, damit du erfrischt und ausgeruht, voller neuer Ideen und Energie für deren Umsetzung zurückkommst?

Darum kannst du den Urlaub nicht richtig genießen

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Der Lebensrhythmus in den Großstädten lässt sich kaum als ruhig und bedächtig bezeichnen. Hektik und Non-Stop-Aktivitäten sind unsere ständigen Begleiter.


Wir müssen früh aufstehen, in Staus stehen oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren. Wir müssen uns beeilen, um unsere Termine einzuhalten, danach nach Hause hetzen, um den Haushalt zu erledigen und uns ein wenig auszuruhen. Wir müssen die Uhr ständig im Auge behalten, um früher ins Bett zu gehen, um früh aufzustehen, und uns wieder zu beeilen… 

Die Wochenenden vergehen ähnlich schnell und hektisch: Viele Dinge, die während der Woche angehäuft werden, müssen in dieser kurzen Zeit erledigt werden.


Die verbleibende Zeit wird oft für Familienbesuche oder Unterhaltung mit Freunden genutzt. Für uns alleine bleibt kaum Zeit übrig. Wir müssen unseren Tag also sehr sorgfältig planen, um so viel wie möglich zu schaffen.

In diesem Roboter-Modus verarbeitet unser Gehirn ständig Informationen, plant ständig, lebt ständig in Gedanken an die Zukunft und hält nur vielleicht beim Schlafengehen inne. So besteht das normale tägliche Leben einer Person in einer Großstadt aus den folgenden Komponenten: Hektik, Aktivität, Informationen, Stress, Planung.


Aber was ändert sich, wenn wir in den Urlaub fahren? Für viele Menschen: nichts!


Sie hetzen in ihrem Urlaub genauso herum wie an ihren Arbeitstagen! Ihre Gehirne arbeiten weiter im Modus der Aufnahme neuer Informationen. Sie fahren für eine Woche in ein warmes Land und planen ihren gesamten Kurzurlaub sorgfältig, damit es keinen Tag ohne Bewegung, keine Stunde ohne Ruhe gibt! 

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Planung und Anreise sind schon stressig genug. Dann ziehen sie jeden Tag von einem Ort zum anderen, sausen, um so viel wie möglich zu sehen und zu erleben, und verbringen bis zu 50 % der Zeit im Verkehr und in Bewegung.


Sie müssen früh aufstehen, möglichst schnell frühstücken, der Touri-Bus muss sich beeilen, die Mitbringsel müssen besorgt werden. Und, und, und… Es ist alles stressig und anstrengend. Die Hektik, die Aktivität, die ständige Verdauung von Informationen, der Stress und die Planung, die wir in der täglichen Routine sehen, bleiben, aber jetzt vor dem Hintergrund grüner Palmen oder schneebedeckter Berggipfel! 


Warum dehnen wir den hektischen Alltagsrhythmus sogar auf unseren Urlaub aus?

  • Erstens sehen wir den Urlaub nicht nur als Erholung, sondern als Gelegenheit, in kurzer Zeit so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln. Dieser Wunsch ist verständlich. Der Alltag erscheint uns oft eintönig und farblos, in Corona-Zeiten umso mehr. Bewegung und Aktivität geben uns aber ein Gefühl von Leben. Wenn wir „nichts tun“, langweilen wir uns und haben das Gefühl, etwas zu verpassen.
  • Zweitens, so klischeehaft es auch klingen mag, geben die Wochentage mit ihrem schnellen Tempo ihren eigenen Rhythmus vor. Im Grunde genommen, arbeiten die Menschen mehrere Monate im Jahr ununterbrochen, mit kurzen Pausen zur Erholung. Während dieser Zeit arbeitet ihr Gehirn wie eine laufende Maschine, die ständig Informationen verarbeitet. Und selbst wenn es Zeit ist, sich auszuruhen, hört es nicht auf: es verlangt nach neuen Eindrücken, neuen Informationen. Hyperaktivität ist in letzter Zeit für viele zum Synonym für Energie und Effizienz geworden. Ruhe wird dann eher als Folter und Quälerei empfunden.

Kann man sich wirklich gut erholen und Stress und Spannungen abbauen, wenn man den Urlaub in einem solchen Rhythmus verbringt? Auch wenn manche schon gehört haben, Tätigkeitswechsel sei die beste Erholung, wird dieses Prinzip viel zu wörtlich genommen.


Vielleicht muss der moderne Mensch zumindest ab und zu das Tempo drosseln, um sein geistiges Gleichgewicht und seine körperliche Gesundheit wiederherzustellen. Es gibt mehrere Gründe, im Urlaub ein wenig zu entschleunigen.


Grund 1: Das Bedürfnis nach Ruhe

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Eine gute Erholung erfordert nicht nur einen Wechsel der Tätigkeit, sondern auch einen Tempowechsel! Wie kann man sich gut erholen, wenn man ständig herumhetzt und sein Gehirn mit neuen Informationen überlastet?


Gönne deinem Geist eine kleine Pause von Gedanken, von Geschäften, von Sorgen, von Plänen! Natürlich kommt kein Urlaub ohne Planung aus. Aber versuche nicht, deinen gesamten Urlaub in eine Konstruktion von Plänen und deren Umsetzung zu verwandeln.


Entspanne dich und ruhe dich aus! Das heißt noch lange nicht, dass du den ganzen Urlaub am Pool in horizontaler Körperlage verbringst. Versuche aber, dich wenigstens manchmal auf den Zufall zu verlassen, den Wunsch loszulassen, alles zu kontrollieren und Zeit für alles zu haben.


Versuche, die Gedanken an die Zukunft zu verdrängen und im Urlaub im Hier und Jetzt zu sein: bei einem wunderschönen Sonnenuntergang am Meer oder beim glitzernden Schnee in den Bergen, beim Gesang exotischer Vögel oder bei der Stille des Sternenhimmels.


Grund 2: Zu sich selbst finden

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Das Problem besteht oft darin, dass wir mit unseren Gedanken fast nie allein sind. Den ganzen Tag sind wir unterwegs, am planen, erledigen, besprechen. Der Geist ist ständig mit Sorgen beschäftigt, er ist immer ängstlich und nie entspannt. Deshalb lebt man wie aus Trägheit weiter, gehorcht der Energie der Gewohnheit, ohne einen Moment innezuhalten und ohne sich zu fragen: "Bin ich auf dem richtigen Weg?"


Im Urlaub machen wir dann das Gleiche - wir rennen hin und her, planen und nur in kurzen Momenten der Ruhe verlangsamen alle Gedankenaktivitäten (Cocktail sei Dank). Loslassen fällt uns schwer.


Dies hat in der Tat sehr schädliche Folgen. Wenn man in diesem Modus lebt, entfremdet man sich allmählich von seinen wahren Wünschen und von sich selbst. Irgendetwas fehlt uns, aber wir wissen nicht, was und verstehen die Gründe für unsere Unzufriedenheit, Stress oder Depression nicht. Selbst wenn man es begreift, hat man keine Zeit, sich zu sortieren, neue Richtungen für seine Entwicklung zu finden oder neue Lebensveränderungen zu planen. Ruckzuck ist der Urlaub rum und wir fangen von vorne an – wie in einer Endlosschleife. 


Für viele von uns ist der Urlaub die einzige Zeit, um uns zu beruhigen und zu einem neuen Verständnis von uns selbst und unserem Leben zu kommen, um einen neuen Blick auf die Zukunft zu werfen. Nutze diese Gelegenheit.


Das bedeutet nicht, dass du alle Aktivitäten auf ein Nichts reduzieren musst. Im Gegenteil ist es sehr nützlich, etwas zu tun: Fahrrad fahren, Yoga machen, schwimmen gehen, schöne Orte besuchen. Aber es muss nicht ständig Bewegung ohne Pause sein. Lediglich das Tempo der Entspannung sollte viel ruhiger sein als das Tempo des Alltags.


Grund 3: Nicht zu geschwind - die Eile macht blind

Der Urlaub im Galopp quer durch Europa ist heutzutage sehr beliebt, vor allem bei jungen und energiegeladenen Menschen (auch, wenn dies durch Corona momentan erschwert ist). Im Endeffekt, wenn man es eilig hat, ist es wahrscheinlich nicht viel anders, als Sehenswürdigkeiten im Fernsehen anzuschauen.


Warum aber sich nicht an wirklich schönen und interessanten Orten Zeit zu nehmen, um in ihre Atmosphäre einzutauchen, um sie zu genießen? Wenn wir die Touri-Orte besuchen, um ein Häkchen in der Checkliste zu machen oder ein Selfie zu schießen, verpassen wir eine Menge. Wäre es nicht besser, während eines Urlaubs ein oder zwei schöne Orte zu erkunden und zu genießen, als schnell sechs davon schnell zu besuchen?

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Aber das ist nicht für jeden offensichtlich. Warum? Denn das menschliche Gehirn, das in der Schnelllebigkeit des modernen Lebens lebt, ist an einen ständigen Informationsfluss gewöhnt und kommt nicht gerne zur Ruhe. Und die Informationssucht ist ähnlich wie jede andere Sucht -wer gewohnt ist, im Informationsfluss zu sein, braucht viele Eindrücke, immer und immer mehr. In der Eile, alles zu erledigen, kommen wir aber nicht dazu, das zu genießen, was direkt vor uns liegt.


Auch der Wunsch, schöne Fotos von einer Reise mitzubringen, ist an sich legitim, aber manchmal wird er zu sehr zur Besessenheit. Das führt dazu, dass wir viel Zeit und Energie darauf verwenden, ein gutes Foto zu machen, und keine Zeit haben, uns umzusehen und die Atmosphäre des neuen Ortes zu spüren.


Wenn wir uns ständig beeilen und unter Stress setzen, ist es sehr schwierig zu erkennen, wie vielfältig die Erscheinungen des Lebens um uns herum sind, weil wir daran gewöhnt sind, nur die hellsten von ihnen wahrzunehmen. Aber wenn der Verstand sich beruhigt, wenn er aufhört, jede Minute neue Eindrücke, neue Informationen zu verlangen, dann öffnet sich bestimmt der ganze Reichtum der Welt vor uns!


Dann haben wir die Gelegenheit, die unendliche Energie des Ozeans, die meditative Atmosphäre alter Tempel, die Weite und Stille der Bergwelt oder den romantischen Sonnenuntergang der südlichen Länder zu genießen. Dann stellen wir fest, dass die Schönheit neuer Länder auch weit entfernt von beliebten Touristenzielen existiert, vielleicht sogar direkt vor unserer Nase!

Fazit

Dein Urlaub steht vor der Tür? Versuche die Zeit ein bisschen zu entschleunigen, vor allem, wenn du es gewohnt bist, deinen Urlaub im hyperaktiven Modus zu verbringen.

  • Schlafe ausreichend, aber nicht zu viel. Verbringe Zeit am Strand oder genieße die Aussicht auf die Berge, aber achte darauf, dass auch Zeit für Aktivitäten bleibt. Es sollte nur nicht zu viel sein.
  • Wenn du normalerweise den ganzen Tag vor dem Bildschirm verbringst, solltest du in deiner Ruhezeit weniger vor dem Computer sitzen, auch wenn nur um in den sozialen Medien zu surfen oder Spiele zu spielen.
  • Unterbinde die ganze virtuelle Kommunikation - vor allem geschäftliche (nicht dass du auf die Idee kommst E-Mails zu lesen und noch schlimmer zu schreiben). Übe das bewusste Offlinegehen während der Urlaubszeit.
  • Versuche, weniger zu planen und die Pläne im Auge zu behalten. Lasse Raum für Spontanität! Gönne dir wenigstens ein paar erholsame Tage, an denen du nichts tust und nichts planst! Und wer weiß, was für erstaunliche Dinge sich daraus für dich ergeben könnten!

P.S.: Es kann sein, dass dir Momente der Ruhe zunächst unangenehm sind. Aber das ist ganz natürlich, denn das Gehirn will seinen gewohnten Rhythmus nicht ändern! Dann gebe ihm einfach etwas Zeit, sich zu beruhigen und etwas langsamer zu werden.


In diesem Sinne wünscht dir TravelSecure® ein schönes und ruhiges Jahresende! Jage nicht nach Eindrücken und neuen Informationen. Mache eine Pause von Geschäften und Plänen, zumindest für eine Weile. Verbringe Zeit mit Freunden und Angehörigen in einer friedlichen Umgebung zu Hause und mache angenehme Spaziergänge. Nimm dir Zeit. Du wirst immer Zeit haben, dich zu beeilen. Und die Ferien und Feiertage sind so kurz!


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