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Wandern im Schnee: eine kleine Anleitung

Wandern-im-Schnee © mitya-er | unsplash.com

Winter… Klirrende Kälte... Selbst kleine Gipfel sehen im Schnee wie Himalaya-Giganten aus. In der Sonne glitzert und funkelt alles, und die Schneekristalle bilden bizarre Muster.


Viele Stadtmenschen kennen den wahren Winter nur von Bildern und Filmen. Und im Gegensatz zu ihnen kannst du als Winterwanderer die raue Schönheit des Winters in den Bergen nicht nur betrachten, sondern auch spüren. Genau dieses "Spüren" ist es, was das Winterwandern ausmacht.


Ja, es gibt viele Menschen, die auf den Vorschlag, im Winter in den Wald zu gehen, mit dem Finger an die Stirn tippen. Wer aber die kalte Jahreszeit in einem Winterschlaf verbringt und die warme Decke einfach nicht loslassen kann, verpasst jede Menge.


Winterwanderungen sind nicht mit Wanderungen im Sommer vergleichbar - sie sind natürlich viel anspruchsvoller, dafür aber auch viel aufregender. Nicht nur die Natur im Winter ist unbeschreiblich schön. Selbst der gewöhnlichste dichte Nebel, kombiniert mit Schnee unter den Füßen und absoluter Stille, kann dank des Verlusts von Entfernung und Zeit zu einer äußerst eindrucksvollen Erfahrung werden.


Vielleicht wirst du diese Informationen in ihrer Gesamtheit nie gebrauchen. Aber auch für einen gewöhnlichen Winterausflug oder Wintercamping können einige Tipps nützlich sein.

Vorbereitung auf eine Wintertour

Rucksack für eine Winterwanderung packen

Die Liste der Sachen, die du mitnehmen solltest, kann je nach Länge und Schwierigkeitsgrad deiner Schneewanderung variieren. Die untenstehenden Sachen sind aber dagegen ein Muss. Ohne Wenn und Aber – einfach mal einpacken!


Basic-Liste für eine Winterwanderung:

  • 2-3 Feuerzeuge
  • Kompass (für diejenigen, die damit umgehen können)
  • GPS-Gerät und Karte
  • Messer
  • Taschenlampe (oder am besten Stirnlampe) + zusätzliche Batterien
  • 2 Paar Socken
  • zusätzliche Thermowäsche
  • Erste-Hilfe-Set
  • Wechselakku für Geräte (Powerbank)
  • Leichte Isomatte
  • Grödel (wenn du in die Berge willst)
  • Thermoskanne mit Tee (oder anderem warmen Getränk)
  • kohlenhydratreiche Lebensmittel (Energieriegel, belegtes Brot, Zwieback, Studentenfutter, Schokolade)
Tipps:
  • Packe alles am besten in eine Plastiktüte ein, damit die Sachen nicht nass werden.
  • Geräte haben bei frostigen Temperaturen eine deutlich geringere Akkulaufzeit. Um die Laufzeit etwas zu erhöhen, trage sie nah am Körper. Dein Handy kannst du zum Beispiel in einer Jacken-Brusttasche tragen. Bei manchen Geräten ist das aufgrund ihrer Größe natürlich nicht möglich. Kein Problem, du hast doch schon ein Wechselakku oder eine Powerbank eingepackt 😉.
  • Bei der Verpflegung solltest du einerseits auf eine ausreichende Energiezufuhr achten und andererseits am besten Lebensmittel wählen, die den Körper mit Wärme versorgen. Scharfe Gewürze wie Ingwer, Chili und Co. kurbeln die Durchblutung und den Stoffwechsel des Körpers ordentlich an und wärmen so von innen.
  • Wenn draußen Minus-Temperaturen herrschen, kann dein Pausenbrot schon mal gefroren sein, wenn Pausenzeit ist. Es lohnt sich deswegen, das Sandwich eine halbe Stunde vor der Pause in Hosen- oder Jackentasche zu stecken, damit es durch deine Körperwärme wieder essbar gemacht wird. Nimm lieber keine wasserhaltigen Lebensmittel mit, die schnell gefrieren, wie zum Beispiel Obst und Gemüse. Sonst musst du „Stangeneis“ snacken. Und bei Minus Graden möchte das bestimmt keiner.
  • Bei längeren Wintertouren solltest Du zwei Arten von Kleidung dabei haben: stärker isolierte Kleidung für Pausen und weniger isolierte für Übergänge. Wenn du mit deinem Rucksack unterwegs bist, frierst du nicht. Im Gegenteil: es ist warm und sogar heiß. Manchmal möchte man sogar die Mütze abnehmen. Dies solltest du allerdings nie tun, da das Abnehmen der Mütze sehr schnell zum Wärmeverlust führt, ohne dass du es merkst. Die Grundausrüstung soll so gewählt sein, dass es unterwegs weder kalt noch warm ist. Eine zusätzliche Isolierung befindet sich dann im Rucksack und wird gleich bei einem Zwischenstopp angezogen.

Tourenplanung beim Wandern im Winter

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Bei der Planung für eine Winterwanderung darfst du auf keinen Fall deine Wanderzeit und die Höhenmeter einfach genauso planen wie im Sommer. Die Bewältigung von Strecken im Schnee erfordert viel mehr Anstrengung und Zeit. Zusätzlich fällt die maximale Länge deiner Wanderung auch deutlich kürzer aus, denn im Winter wird es ab 16 Uhr schon langsam dunkel. Das heißt, du hast auch weniger Zeitpuffer, falls du doch mal einen falschen Weg einschlagen solltest. Das musst du bei der Planung entsprechend mit einberechnen. Deswegen solltest du auch eine Stirnlampe in deinem Rucksack haben, falls es doch mal etwas später wird.


Achte bei der Planung auch auf das Terrain, nicht nur auf die Kilometer. Denke daran, dass der Aufstieg im Winter aufgrund von Schnee- und Eisglätte schwieriger ist. Und die Abstiege genauso. So kann das Besteigen eines Berges oder Felsens, an den man im Sommer gewöhnt ist, im Winter zu einer sehr schwierigen und sogar gefährlichen Aufgabe werden.


Bedenke auch, dass Gasthöfe und die meisten Berghütten geschlossen sein könnten. Wähle also die Gaststätten lieber nicht als Hauptwanderungsziel und nehme genug Proviant mit. Denn es ist nicht schön, mit Bärenhunger enttäuscht vor einer verschlossenen Gaststätte oder Berghütte zu stehen. Und falls sie doch auf hat, hast du einen Grund zur Freude, falls nicht – erwartet dich wenigstens keine böse Überraschung.


Im Sommer kann man die Route ganz einfach während des Wanderns ändern. Es ist auch nicht schlimm, wenn du nicht an dein Ziel kommst. Im Notfall kann man fast überall übernachten. Im Winter wird es früh dunkel und man kann sich leicht verlaufen und erfrieren. Halte dich deswegen an die geplante Route. Erstelle einen Notfallplan für die Route für den Fall, dass sich das Wetter und die Umstände ändern.


Die meisten Skigebiete eignen sich nur sehr bedingt für das Wandern im Winter. Denn selten findest du die Ruhe, wenn du mit Jubel und Trubel unterwegs bist. Und das Reizvollste am Winterwandern ist vielleicht gerade die absolute Stille zu genießen, nur das Knirschen des Schnees zu hören und eigene Spuren im Schnee zu hinterlassen.


Häufige Fehler beim Winterwandern

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Wenn man eine Wintertour plant, sollte man sich einiger saisonspezifischer Nuancen unbedingt bewusst sein und dementsprechend die Pläne anpassen.

1. Zeitbedarf falsch einschätzen

Unterschätze nicht den Schnee, denn das Laufen im Schnee ist viel kräftezehrender als ohne. Da du auch insgesamt weniger Zeit für die Wanderung hast, entscheide dich lieber für eine kürzere Tour. Bei der Wahl des Schwierigkeitsgrades orientiere dich auch nicht an den Einteilungen wie im Sommer.


2. Sich nur auf eigenen Orientierungssinn oder Wegweiser verlassen

Die Wegmarkierungen auf Steinen oder Bäumen sowie die Wege selber können zugeschneit sein. Außerdem kann es sein, dass die Landschaft eventuell komplett anders aussieht. Daher ist ein GPS-Tracker eine unentbehrliche Hilfe bei der Wegfindung.


3. Auf zusätzliche Winterausrüstung verzichten

Wenn die Temperaturen zwischen minus und plus schwanken und der Schnee häufig taut und wieder gefriert, kann es eisig und glatt werden. Überlege dir, ob du auch Grödel miteinpackst – sie nehmen nicht viel Platz in deinem Rucksack, helfen aber auf schwierigem (ausgesetztem) Gelände. Die Touren-Stöcke sind auch oft hilfreich.


4. Das Wetter falsch einschätzen

Dass es im Winter kalt ist, ist vielen bewusst. Allerdings werden die Temperaturen oft unterschätzt, besonders an sonnigen Tagen. Denk daran, dass du nicht deinen normalen Weg zwischen Haustür und Bushaltestelle von 10 Minuten zurücklegen wirst. Du wirst mehrere Stunden bei Minusgraden unterwegs sein und das Winterwetter ist eher unberechenbar. Checke die Vorhersage auf verschiedenen Websites. Sei auch auf alle Arten von "Überraschungen" gefasst - von Schneefall bis hin zu Schneestürmen und schlechter Sicht - und kleide dich dem Wetter entsprechend. Am besten im Zwiebelprinzip.


5. Lawinengefahr ignorieren

Das kann besonders in den Mittelgebirgen der Fall sein, da dort normalerweise mit Lawinen keiner rechnet aus der Überzeugung, dass es nur in den Alpen vorkommt. Zwar sind Lawinenabgänge dort deutlich seltener als in den Alpen, dennoch können starke Schneefälle für gefährliche Situationen verantwortlich sein. Obwohl die Gefahr vergleichsweise gering ist, würde es nicht schaden, im Voraus einen Blick in den Lawinenlagebericht zu werfen. Und im Alpenraum ist es eher ein Muss.


6. Keine Reiseversicherungen abschließen

Bevor du die Winterwanderung startest, solltest du deinen Versicherungsschutz überprüfen bzw. abschließen, wenn du keinen hast. Eine ausreichende Versicherung ist bei Wanderungen unverzichtbar, um hohe Kosten in Notlagen zu vermeiden. Eine spezielle Versicherung für Wanderer deckt zum Beispiel Such-, Rettungs- und Bergungskosten ab, die dir infolge eines Unfalls oder Notfalls beim Wandern entstehen können.



Als Schneewanderer unterwegs

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7 goldene Regeln für deine Wintertour

1. Du solltest nur durch die Nase atmen. Sonst gelangt die kalte Luft schnell in den Hals, was höchstwahrscheinlich zu einer Erkältung führt. Außerdem kommt bei Kälte Dampf aus dem Mund, der sich auf dem Schal absetzt - er wird feucht und wärmt dich viel weniger.


2. Vergeude nicht unnötig Energie. Wenn es auf dem Weg Hügel, Schluchten, Berge, Kämme und anderes unebenes Gelände gibt, klettere nicht darüber, um auf die andere Seite zu gelangen, wenn du das Hindernis umgehen kannst.


3. Wenn du dich fortbewegst, solltest du, sobald du einen breiten Weg gefunden hast, keine schmalen Pfade nehmen, auch wenn du glaubst, dass sie dir den Weg verkürzen.


4. Wenn du dich verirrt hast, folge deinen Spuren zurück und analysiere deinen Weg. Einfach weiterzulaufen, um einen Weg zu finden, der dich zu Menschen führt, ist keine gute Idee im Winter. Es ist durchaus möglich, dass dein "Vorwärtsgehen" dich immer tiefer zurückwirft.


5. Um auf einen Pfad zu gelangen, solltest du Ausschau nach Tierspuren halten. Die meisten von ihnen laufen ausschließlich auf Wanderwegen.


6. Wenn du sehr müde bist, solltest du dich auf keinen Fall auf den Boden setzen, um dich auszuruhen – das könnte nämlich das letzte Mal sein. Stattdessen solltest du dich ständig gedanklich aufmuntern und möglicherweise sogar Gedanken über einen Unterschlupf machen.


7. Du solltest auf keinen Fall eiskaltes Wasser aus einer Quelle trinken oder Schnee essen. Erstens ist die Angina fast garantiert, zweitens sinkt die Körpertemperatur, was zu Unterkühlung führen kann. Wenn es kein Wasser gibt, fühle eine Trinkflasche oder einen anderen Behälter mit Schnee und lege ihn über die Kleidung. Wenn der Schnee schmilzt, kann man ihn trinken. Wenn du kein Gefäß dabei hast, kannst du den Schnee in den Mund nehmen und ihn dort halten, ohne ihn zu verschlucken, bis er sich erwärmt hat.


Was tun gegen Frieren

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Füße, Hände und Gesicht erfrieren am häufigsten und am schnellsten. Tu was dagegen, bevor du am ganzen Körper zitterst.


Überprüfe ab und zu mal den Grad der Abkühlung: Versuche, den kleinen Finger und den Zeigefinger deiner Hand zusammenzuführen. Wenn es dir nicht gelingt, mach dringend 20 Hampelmänner oder Kniebeugen. Es ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass dein Körper vor der Unterkühlung steht.


Wenn deine Hände kalt werden, mache ein paar Schwünge, balle aber deine Hände nicht zu Fäusten. Wärme die Hände am Körper - unter der Kleidung oder auf dem nackten Bauch (für besonders Mutige 😉).


Wenn du mit bloßen Händen in den Schnee gefasst hast, balle die Finger zu Fäusten und schiebe sie sofort unter deine Kleidung. Ziehe die Fäustlinge erst an, wenn deine Hände trocken und warm sind.


Wenn deine Füße kalt sind, wärme sie, indem du von den Fersen zu den Zehen rollst. Wenn die Kälte deine Zehen schmerzen lässt, musst du den Schmerz ertragen, wichtig ist dabei, ständig in Bewegung zu bleiben.


Du kannst auch Atemübungen machen, um dich warm zu halten. Lange, kontrollierte Ein- und Ausatmungen von 3-5 Sekunden (durch die Nase) sorgen für eine gute Portion Wärme. Durch die Erhöhung der Atemfrequenz und -tiefe wird die Belüftung der Lunge verbessert, das Blut wird besser mit Sauerstoff gesättigt und die Wärme im Körper verteilt.


Du kannst auch eine Übung der tibetischen Mönche ausprobieren. Sie atmen durch zwei Nasenlöcher ein und durch ein Nasenloch aus, während sie das andere mit einem Finger verschließen. Die Nasenlöcher werden bei jedem Ausatmen gewechselt. So wirst du nach ein paar Wiederholungen einen Anstieg der Wärme im Körper spüren. Diese Atemübung kannst du beliebig oft durchführen, um dich aufzuwärmen.


Was tun, wenn du dich beim Wandern verlaufen hast

Du siehst nur weiß und weißt plötzlich nicht mehr weiter? Das Szenario ist leider ziemlich realistisch. Du kannst dich im Winter ziemlich schnell verlaufen, wenn Wanderwege, Fußspuren von Vorgängern und Schilder durch Neuschnee nicht mehr erkennbar sind.


Bleib stehen und benutze einen GPS-Tracker oder einen Kompass. In der Regel ist es nicht schwierig, sich in unbekanntem Terrain zurechtzufinden, wenn man Ortungsmittel dabei hat.


Natürlich sollte idealerweise jeder Wanderer einen Kompass und eine (digitale) Karte der gewählten Route haben, aber... Naja… Egal... Auch ohne solche scheinbar wichtigen Dinge kann man etwas tun.


Klar, wird der Winterwald für die Menschen viel härter sein. Aber im Winter gibt es auch Vorteile für verirrte Wanderer:

  • Der Schnee oder der Frost erleichtern es dir, deine eigenen Fußspuren zu finden, um mit deren Hilfe zurückzukehren.
  • Es wird auch einfacher sein, die Tierspuren zu finden und sie zu den Wanderwegen zurückzuverfolgen.
  • Du kannst dich dort fortbewegen, wo es im Sommer nicht möglich wäre, z.B. einen Bach oder ein Moor überqueren.

Kühlen Kopf bewahren

Keine Panik
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Die Frage, wie man im Wald ohne alles überleben kann, würde unseren Vorfahren vielleicht einfach lächerlich erscheinen. Der moderne Mensch, der vom technologischen Fortschritt durchaus verwöhnt ist, würde aber oft dazu neigen, in Extremsituationen in Panik zu geraten. Aber auch in der heutigen Zeit kann man lernen, unter widrigsten Bedingungen den Kopf zu bewahren.


Vom ersten Moment an, in dem du merkst, dass du völlig orientierungslos bist, ist also nur Eins wichtig: keine Panik.


Hab keine Angst und denk daran, dass deine Energiereserven viel größer sind, als du dir vorstellen kannst. Dies wurde bereits mehrfach von Forschern und verschiedenen Extrem-Expeditionsfreunden bestätigt.


Mentale Einstellung

Die mentale Einstellung ist sehr wichtig! Unabhängig davon, wie schlimm deine Situation ist, musst du dich auf deinen Zielen konzentrieren. Wenn auch dein Hauptziel, den Rückweg zu finden, scheitert, solltest du dir weitere Ziele stellen: Feuerholz zu sammeln und ein Feuer zu machen, einen Unterschlupf zu finden oder zu bauen, im schlimmsten Fall zu übernachten und am nächsten Tag aus dem Wald zu schaffen... Wenn du diese Aufgaben nach und nach meisterst, wirst du ein Gefühl der moralischen Befriedigung verspüren, was bedeutet, dass du alles überstehen kannst, auch ohne spezielle Überlebensausrüstung!


Für den Ernstfall gewappnet – Notübernachtung im Winterwald

Hoffentlich wirst du diese Informationen nie brauchen. Im Winterwald zu schlafen ist keine gute Idee. Aber wenn es gar keine andere Möglichkeit gibt, in den nächsten Stunden aus dem Wald herauszukommen, solltest du dich auf eine Übernachtung vorbereiten.


Szenario 1: Winter! Du hast dich hoffnungslos verlaufen, hast aber Mittel, um Feuer zu machen

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Wenn es keine Möglichkeit gibt, in ein bewohntes Gebiet zu gelangen, solltest du schon spätestens um 15.00 Uhr Gedanken um Übernachtungsmöglichkeiten machen, da es um 17.00 Uhr dunkel sein wird.


Wie organisiert man eine Übernachtungsmöglichkeit im Winterwald?

Erfahrene Wanderer empfehlen:


1. Schau dich um, um den besten Platz zum Übernachten zu finden.


2. Wähle einen oder eine Gruppe von umgestürzten Bäumen.


3. Räume den Schnee weg und lege den Boden mit Ästen aus. Je dicker das provisorische Bett ist, desto geringer ist die Gefahr, dass du erfrierst. Die Zweige von Nadelbäumen sind für diesen Zweck ideal. Wenn du keine findest, verwende kleine Zweige, trockenes Gras oder Moos.


4. Eine weitere Möglichkeit, einen Unterschlupf zu bauen, ist Schnee. Ein solcher Unterstand kann eine höhere Temperatur im Inneren halten als ein Zelt aus Zweigen und Holz. Aber es sollte natürlich kein Feuer darin gemacht werden.


5. Wenn man sich zum Bau einer Schneehöhle hinreißen lässt, muss man vor allem eine andere Regel beachten: Man darf in der Kälte nicht schwitzen. „Wenn du schwitzt, bist du tot", warnen die Experten. Wenn du etwas tust, das viel Energie verbraucht, solltest du zuerst deine Jacke ausziehen und sie erst nach getaner Arbeit wieder anziehen.


6. Bereite eine Schneegrube für das Lagerfeuer vor.


Lagerfeuer im Winter machen

Wenn du frierst oder deine Kleidung nass ist, verbessert das Anzünden eines Feuers deine Situation erheblich. Du kannst damit Schnee schmelzen, um ihn in Wasser zu verwandeln, nasse Kleidung trocknen und dich warmhalten. Brandrauch kann außerdem im Notfall Rettungskräfte auf deinen Standort aufmerksam machen.


Das Feuermachen im Winter ist jedoch viel schwieriger als zu anderen Jahreszeiten, besonders wenn der Boden mit Schnee bedeckt und das Totholz im Wald nass ist. Wenn du trockenes Gras findest, hast du aber schon die Hälfte erledigt. Denk daran, dass du erst den Schnee bis zum Boden räumen musst bevor du das Feuer machst. Andernfalls wird das brennende Feuer den Schnee drumherum schmelzen und dein Feuer überfluten. Ein Winterfeuer muss nicht unbedingt groß sein. Es ist sogar besser, es so klein zu halten, dass das Holz so lange wie möglich brennt.


Szenario 2: Du hast dich im Winterwald verlaufen und hast kein Feuerzeug dabei

Wenn du keine Mittel dabei hast, um Feuer zu machen, versuche unbedingt eine wichtige Regel zu beachten. Es wird dir nichts passieren, wenn du immer in Bewegung bleibst. Versuche also auf dem Pfad zu bleiben und weiterzulaufen. Unser Körper produziert bei Bewegung genug Energie, um die frostigen Temperaturen bis minus fünfzehn Grad ohne Hilfsmittel zu überstehen. Dafür muss man sich nur immer bewegen. Wenn du zu müde bist, versuche nicht zu kriechen, du muss nur laufen. Um dich aufzumuntern, singe Lieder, aber nicht zu laut, um den Hals nicht zu unterkühlen. Denk daran, dass jeder Mensch imstande ist, wenigstens 20 Stunden ununterbrochen zu laufen.


Schlusswort

Eine Schneewanderung ist viel anspruchsvoller als ein Spaziergang im Sommer. Trotzdem ist es kein Grund, das Wandern bis zum Sommer aufzuschieben. Ausprobieren lohnt es sich auf jeden Fall, denn manche Freude erschließen sich erst, wenn man es mal gemacht hat. Beim Winterwandern ist das nämlich so. Und als kleiner Bonus gibt es keine Schnaken, Mücken oder Bremsen und meistens keinen Dreck unter den Füßen 😉. Nutze unsere Tipps, passe auf dich auf und genieße das Winterwandern.


Wander- und Bergsportversicherung:
Sofortschutz bei Wanderunfällen & Notfällen in Deutschland und im Ausland

  • Finanziell abgesichert gegen hohe Such-, Rettungs- und Bergungskosten bis 20.000,- Euro
  • Auch ohne medizinische Notwendigkeit: Z.B. Orientierungsverlust (Verlaufen) oder Blockierung (z.B. wegen Wettersturz, Höhenangst)
  • Inlandstransport nach Wanderunfall: Verlegung in Krankenhaus in Wohnortnähe
  • Flexibel & spontan: Tageweise abschließen
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